So stellen wir uns die Zukunft der SPD vor!

Was machen wir eigentlich in dieser Partei, die über hundert Jahre älter ist als wir beide zusammen? Diese Frage stellen wir uns – Olcay (21) aus Mitte und Felice (18) aus Wandsbek – immer wieder. Wir gehören beide zur Generation der sog. „Digital Natives“ – also zu den Menschen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden und nie ohne Smartphone, Computer und Internet gelebt haben.

Mittlerweile ist unsere Generation alt genug für Wahlen und damit ein aktiver Teil der politischen Welt. Wir machen ganz vielfältig mit: als Wähler*innen, politisch engagierte Aktivist*innen und vereinzelt sogar schon als gewählte Politiker*innen in den Hamburger Volksvertretungen.

Obwohl wir ganz unterschiedlich aufgewachsen sind, verbindet uns mit unseren altgedienten Genoss*innen die Leidenschaft für die soziale Demokratie. Aus Sicht von uns jungen Sozialdemokrat*innen gleicht die SPD dabei einem riesigen Wir-Tanker auf dem Ozean der Ungerechtigkeit. Da brauchen Wendemanöver zwar länger, aber man kann auch besser Kurs halten. Diesen Kurs wollen wir künftig weiter mitgestalten, junge Augen haben bekanntlich Weitsicht.

Allein in Hamburg sind fast 2.500 junge Menschen in der SPD aktiv – fast so viele wie in allen anderen Hamburger Parteien zusammen. Damit sind wir die größte politische Bewegung der Hamburger Jugend. Aber die bloße Größe einer Bewegung bringt noch keine Stärke, wenn dieser die Ideen und die Entschlossenheit für die Zukunft fehlen. 

Als Zukunftsfrage wird mit großer Energie über Umweltpolitik diskutiert und ein scharfes Verbot neben eine neue Steuer gesetzt. Wahr ist aber auch: Wenn man morgen alle Autos auf den Straßen zum Stillstand bringt, wäre dies vielleicht gut für den CO2-Ausstoß, aber Gift für das gesellschaftliche Klima. Die SPD wird ihren Platz deshalb neu bestimmen müssen, irgendwo zwischen Legitimität, Effizienz, guten Gefühlen und der Frage nach dem Realismus einer Utopie. Die Verantwortung dafür tragen wir heute schon alle gemeinsam, mit jedem Tag wächst dabei unser Anteil.

Mit der Erneuerung wollen wir jetzt anfangen. Deshalb hat die SPD in der Bürgerschaft mit uns ein super innovatives Format entwickelt: In verschiedenen Panels wird mit Expertinnen über Arbeit, Digitalisierung, Wohnen und Mobilität diskutiert – ein Utopien-Festival. Zu allen Themen hat man doch schon einmal irgendwas gehört“, werden jetzt viele denken. Doch genau das ist der entscheidende Punkt. Wir wollen nicht, dass die Menschen uns nur zuhören, sondern selber sprechen, sich einmischen und gemeinsam mit uns Ideen entwickeln. 

Neben den Speakern sitzen Expert*innen aus der politischen Praxis gleichberechtigt mit allen weiteren Teilnehmer*innen im Raum. Input, Austausch, Sammeln, Streaming. Umgeben von Oberhafen-Flair, zwischen Elbe und Hauptbahnhof drehen wir die bisherigen politischen Formate komplett um.

Könnt‘ ja gut werden.

Die CDU und das Grundschulverbot für ausländische Kinder

Carsten Linnemann ist auch sonst nicht für besonders konstruktive Vorschläge bekannt. Aber sein Grundschulverbot für Kinder, die noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, ist gefährlich:

Aus der Kognitions- und Erziehungswissenschaft wissen wir sehr genau, dass Kinder eine Sprache besonders gut lernen, wenn sie in ihrem natürlichen Sozialumfeld gesprochen wird. Gerade deshalb setzen wir als SPD konsequent darauf, Kinder zusammenzubringen und ihre (Sprach-)entwicklung von gut ausgebildeten ErzieherInnen begleiten zu lassen.

Eine Selektion im frühkindlichen Alter sorgt hingegen für falsche Entwicklungen. Kinder lernen die Sprache nicht von anderen Kindern ihres Alters- und Entwicklungsstandes auf gutem Niveau, sondern nur fragmentiert. Die gesamte Last, die gar nicht nötig wäre, fällt auf unsere ErzieherInnen zurück.
Die kindliche Sprachentwicklung wird damit absichtlich besonders ineffizient gestaltet, die Kinder werden zurückgestellt und verlieren ein Jahr ihres Lebens. Woher die zusätzlichen Kapazitäten für Personal und Geld kommen sollen, die diese Verlängerung der staatlich begleiteten Erziehung erfordern, verschweigt er außerdem.
Zur Erinnerung: In Hamburg, NRW und anderen Teilen der Republik haben wir ein von der CDU hinterlassenes KiTa-Trümmerfeld vorgefunden. Mühsam mussten die Gebühren abgeschafft, KiTas gebaut und ErzieherInnen ausgebildet werden.

Und wofür? Damit ein CDU-Politiker wieder – verklausuliert – sagen kann: Ausländer-Kinder sollen nicht mit unseren deutschen Kindern in eine Klasse. Kann man fordern – ist aber erziehungswissenschaftlich und moralisch falsch.