Die CDU und das Grundschulverbot für ausländische Kinder

Carsten Linnemann ist auch sonst nicht für besonders konstruktive Vorschläge bekannt. Aber sein Grundschulverbot für Kinder, die noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, ist gefährlich:

Aus der Kognitions- und Erziehungswissenschaft wissen wir sehr genau, dass Kinder eine Sprache besonders gut lernen, wenn sie in ihrem natürlichen Sozialumfeld gesprochen wird. Gerade deshalb setzen wir als SPD konsequent darauf, Kinder zusammenzubringen und ihre (Sprach-)entwicklung von gut ausgebildeten ErzieherInnen begleiten zu lassen.

Eine Selektion im frühkindlichen Alter sorgt hingegen für falsche Entwicklungen. Kinder lernen die Sprache nicht von anderen Kindern ihres Alters- und Entwicklungsstandes auf gutem Niveau, sondern nur fragmentiert. Die gesamte Last, die gar nicht nötig wäre, fällt auf unsere ErzieherInnen zurück.
Die kindliche Sprachentwicklung wird damit absichtlich besonders ineffizient gestaltet, die Kinder werden zurückgestellt und verlieren ein Jahr ihres Lebens. Woher die zusätzlichen Kapazitäten für Personal und Geld kommen sollen, die diese Verlängerung der staatlich begleiteten Erziehung erfordern, verschweigt er außerdem.
Zur Erinnerung: In Hamburg, NRW und anderen Teilen der Republik haben wir ein von der CDU hinterlassenes KiTa-Trümmerfeld vorgefunden. Mühsam mussten die Gebühren abgeschafft, KiTas gebaut und ErzieherInnen ausgebildet werden.

Und wofür? Damit ein CDU-Politiker wieder – verklausuliert – sagen kann: Ausländer-Kinder sollen nicht mit unseren deutschen Kindern in eine Klasse. Kann man fordern – ist aber erziehungswissenschaftlich und moralisch falsch.